Pflegeleuchtturm

Pflegegrad-Rechner

Welcher Pflegegrad ist realistisch? Beantworten Sie Fragen zum Alltag der Person, die Sie unterstützen – nach dem Punktesystem der offiziellen Begutachtung.

Etwa 10 Minuten. Kostenlos und anonym.

Tipp: Denken Sie an einen normalen Tag – auch an die schlechteren. Erinnern, bereitlegen, dabeibleiben: Auch das zählt als Hilfe.

Bereich 1 von 6 Bewegung

Wie gut kann sich die Person allein bewegen? Hilfsmittel wie Rollator oder Gehstock zählen als „allein“, wenn sie damit zurechtkommt.

Sich im Bett umdrehen oder aufsetzen
Aufrecht sitzen bleiben, z. B. auf einem Stuhl
Aufstehen und sich umsetzen, z. B. vom Bett auf einen Stuhl
Sich in der Wohnung von Raum zu Raum bewegen
Treppen steigen (ein Stockwerk)
Kann die Person beide Arme und beide Beine praktisch nicht mehr gebrauchen, z. B. bei vollständiger Lähmung?

Das ist ein seltener Sonderfall – meistens lautet die Antwort „Nein“.

Bereich 2 von 6 Gedächtnis und Verständigung

Hier geht es um Gedächtnis, Orientierung und Verständigung – zum Beispiel bei einer Demenz. Spielt das keine Rolle, wählen Sie einfach überall „Klappt gut“.

Vertraute Menschen erkennen (Familie, Nachbarn)
Sich in der Wohnung und der gewohnten Umgebung zurechtfinden
Wissen, welche Tageszeit, welcher Tag oder welche Jahreszeit ist
Sich an kürzlich Erlebtes erinnern, z. B. was es zum Mittag gab
Alltägliche Abläufe Schritt für Schritt erledigen, z. B. Kaffee kochen
Alltagsentscheidungen treffen, z. B. was man anzieht
Informationen verstehen, z. B. was im Brief steht oder was der Arzt erklärt
Gefahren erkennen, z. B. heißer Herd oder Straßenverkehr
Mitteilen, was man braucht, z. B. Hunger, Durst, Schmerzen
Bitten und Aufforderungen verstehen, z. B. „Setz dich bitte hin“
Sich an einem Gespräch beteiligen
Bereich 3 von 6 Verhalten und Stimmung

Manche Erkrankungen – etwa Demenz oder Depression – verändern das Verhalten. Das ist oft sehr belastend und zählt bei der Begutachtung mit. Wie häufig brauchen Sie oder andere deshalb einzugreifen oder zu unterstützen?

Ist unruhig, läuft ziellos umher oder will ständig weg
Ist nachts unruhig oder wach und braucht dann Hilfe
Verletzt sich selbst, z. B. kratzt sich wund
Beschädigt Gegenstände
Wird gegenüber anderen körperlich aggressiv
Beschimpft oder bedroht andere
Ruft, schreit oder jammert immer wieder ohne erkennbaren Grund
Wehrt Hilfe ab, z. B. beim Waschen oder bei Medikamenten
Hat Wahnvorstellungen, z. B. fühlt sich bestohlen oder verfolgt
Hat starke Ängste
Ist antriebslos oder niedergeschlagen und muss zu allem ermuntert werden
Verhält sich unpassend, z. B. distanzlos gegenüber Fremden
Tut andere riskante Dinge, z. B. versteckt Essen oder isst Ungenießbares
Bereich 4 von 6 Körperpflege, Essen und Toilette

Der wichtigste Bereich – er zählt 40 Prozent. Denken Sie auch an Hilfe, die Sie längst selbstverständlich geben, z. B. Erinnern, Bereitlegen oder Dabeibleiben.

Oberkörper, Gesicht und Hände waschen
Kämmen, Zähne putzen, rasieren
Den Intimbereich waschen
Duschen oder baden, Haare waschen
Oberkörper an- und ausziehen
Unterkörper an- und ausziehen, auch Schuhe und Strümpfe
Essen vorbereiten, z. B. Brot schmieren, Fleisch schneiden, Getränke eingießen
Essen – auch: von sich aus ans Essen denken
Genug trinken – auch: von sich aus ans Trinken denken
Die Toilette oder einen Toilettenstuhl benutzen
Blasenschwäche: Umgang mit Vorlagen, Katheter o. Ä.
Darmschwäche: Umgang mit Vorlagen, künstlichem Darmausgang o. Ä.
Wird die Person über eine Sonde oder Infusion ernährt?
Bereich 5 von 6 Medizinische Versorgung

Hier geht es um Hilfe, die wegen Krankheiten nötig ist – etwa bei Medikamenten, Wunden oder Arztbesuchen. Zählen Sie zusammen, wie oft Sie, andere Angehörige oder ein Pflegedienst helfen.

Hilfe bei Medikamenten, Spritzen, Messungen (z. B. Blutzucker), Einreibungen oder Kompressionsstrümpfen

Alles zusammengezählt: Wie oft pro Tag?

Hilfe bei Wunden und Verbänden, Stoma, Katheter oder Therapie-Übungen zu Hause
Begleitung zu Arzt, Physiotherapie oder anderen Behandlungen
Ist täglich eine aufwendige medizinische Versorgung zu Hause nötig, z. B. künstliche Beatmung?
Ärztliche Vorgaben einhalten, z. B. Diät, Trinkmenge, Bettruhe
Bereich 6 von 6 Alltag und Kontakte

Wie gut kann die Person ihren Tag selbst gestalten und Kontakte zu anderen Menschen pflegen?

Den Tag selbst einteilen und sich auf Änderungen einstellen
Zur Ruhe kommen und schlafen, ohne nachts Hilfe zu brauchen
Sich beschäftigen, z. B. lesen, fernsehen, Hobbys
Vorausplanen, z. B. Termine oder die nächsten Tage
Mit Menschen umgehen, die zu Besuch sind oder helfen
Kontakt zu Menschen außerhalb halten, z. B. telefonieren, Freunde treffen

So wird der Pflegegrad ermittelt

Bei der Begutachtung schaut der Medizinische Dienst nicht auf Krankheiten, sondern darauf, wie selbstständig jemand im Alltag noch ist. Dafür gibt es sechs Lebensbereiche, die unterschiedlich stark zählen:

LebensbereichAnteil
Bewegung 10 %
Gedächtnis und Verständigung 15 %
Verhalten und Stimmung 15 %
Körperpflege, Essen und Toilette 40 %
Medizinische Versorgung 20 %
Alltag und Kontakte 15 %

„Gedächtnis und Verständigung“ und „Verhalten und Stimmung“ teilen sich 15 % – es zählt nur der höhere Wert.

Ab wie vielen Punkten gibt es welchen Pflegegrad?

PflegegradPunkte
Pflegegrad 1 – geringe Beeinträchtigungab 12,5
Pflegegrad 2 – erhebliche Beeinträchtigungab 27
Pflegegrad 3 – schwere Beeinträchtigungab 47,5
Pflegegrad 4 – schwerste Beeinträchtigungab 70
Pflegegrad 5 – schwerste Beeinträchtigung mit besonderen Anforderungen ab 90

Quelle: § 15 SGB XI – Ermittlung des Grades der Pflegebedürftigkeit und Anlagen 1 und 2. Mit der geplanten Pflegereform 2027 sollen die Hürden steigen – wir passen den Rechner an, sobald das Gesetz feststeht.